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Kommunikation macht Teilhabe möglich

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Kommunikation stellt eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe an jeglichen Aktivitäten und Prozessen des menschlichen Miteinanders dar. Sie bietet die Möglichkeit eigene Bedürfnisse, Anliegen, Wünsche sowie Sichtweisen zu äußern und dient somit maßgeblich der Selbstbestimmung. Gerade Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen, die beispielsweise nicht laut sprechen können, nutzen oftmals alternative Kommunikationsformen und –mittel.

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Projekt „Gelingende Kommunikation“ gestartet - Süd-West-Niedersachsen auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft

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Hier setzt das dreijährige Projekt Gelingende Kommunikation an, das der Verbund „Die Vielfalter – Experten für Teilhabe“ mit großer Unterstützung von Aktion Mensch auf den Weg gebracht hat. Acht Unternehmen mit Angeboten zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung von Vechta über das Emsland, die Grafschaft bis nach Osnabrück haben gemeinsame Standards zu Gelingender Kommunikation entwickelt. Diese sind nicht nur für die ca. 16.000 Klient*innen und 6.600 Mitarbeitende von Bedeutung, sie wirken auch in das Umfeld hinein. Es sind die ganz normalen kleinen Dinge, die zur Lebensqualität beitragen und im Alltag zählen: zum Bäcker gehen, Sport- und Freizeitangebote nutzen, ein Restaurant, eine Arztpraxis, eine Apotheke oder einen Gottesdienst besuchen und Vieles mehr. Wer trotz kommunikativer Einschränkungen nicht nur dabei, sondern mittendrin sein will, benötigt konkrete Hilfen, die in diesem Projekt entwickelt werden.

Die Bedeutung von Kommunikation, Verstehen und Verstanden werden ist durch das 2017 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz nochmals unterstrichen worden. Um das dort begründete Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Beeinträchtigungen in Anspruch nehmen zu können, müssen diese informiert sein, befähigt und ermutigt werden:  Empowerment als vielschichtige Aufgabe, die mit der entsprechenden Haltung eine Gesellschaft bereichern und inklusiv gestalten kann. Gelingende Kommunikation ist eine wesentliche Grundlage dafür.

Das Modellprojekt Gelingende Kommunikation ist im Januar 2019 gestartet, aufbauend auf ein zuvor vom Land Niedersachsen gefördertes Projekt. Die Gesamtkoordination erfolgt durch die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück unter Beteiligung einer Vertreterin des Werkstattrates der Regionalen Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten. Die Projektgruppe formiert sich noch, das erste Treffen fand im Christophorus-Werk Lingen statt, um die Planungen zu konkretisieren, erste Termine und Meilensteine abzustimmen.

Auch Vitus aus Meppen ist am Projekt Gelingende Kommunikation der Vielfalter beteiligt, vertreten durch Christin Kalmer und Mats Barlage. Neben der stetigen konzeptionellen Weiterentwicklung von einheitlichen Kommunikationsstandards steht vor allem die Implementierung dieser Richtlinien im Vordergrund. Hierbei soll schwerpunktmäßig danach geschaut werden, wie es Menschen mit Kommunikationseinschränkungen ermöglicht werden kann, in ihrem direkten Lebensumfeld uneingeschränkt kommunizieren zu können. Die Schaffung passender struktureller Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung eines entsprechenden Bewusstseins für das Thema Gelingende Kommunikation sind dabei Grundvoraussetzungen. Um diese Ziele erreichen zu können, möchte Vitus eine engmaschige Beratung und Begleitung sowie die Information aller beteiligten Personen und Institutionen anbieten. Nur so wird es möglich, Gelingende Kommunikation im hiesigen Sozialraum zu fördern und letztlich auch sicherzustellen.